Doppelkonzert – Weltmusik

Özlem Bulut Band / Paula Barembuem + Trio Infernal

Özlem Bulut / Paula Barembuem

© Onur Serdar  / © Paula Barembuem

Als Festivalausklang dürfen wir Weltmusik in die Burg bringen: die türkische Sängerin Özlem Bulut mit ihrem Ensemble – sie kreiert seit Jahren ihren eigenständigen neuen Musikstil, es mischen sich orientalische Musik mit Eigenkompositionen. Die ebenfalls in Wien lebende argentinische Sängerin Paula Barenbuem und das TRIO INFERNAL widmen anschließend der legendären Sängerin Mercedes Sosa eine Hommage.

Özlem Bulut Band

Eigenkompositionen und neue orientalische Lieder

Özlem Bulut – Gesang

Marco  Annau – Piano

Andrej Prozorov – Saxophon

Martin Berauer – Bass

Jörg Mikula – Schlagzeug

 

Die Özlem Bulut Band ist ein Fixstern der österreichischen Worldmusic-Szene. Özlem Bulut stammt aus einem kleinen Dorf in der Osttürkei, sie besuchte seit ihrem 14. Lebensjahr das Musikkonservatorium der Mersin Üniversitesi, danach setzte sie ihre Ausbildung am Konservatorium in der Mimar Sinan Üniversitesi in Istanbul fort, um dann ab 2006 mit einem Erasmus-Stipendium in Wien zu studieren. Sie begann ihre Karriere als Straßenmusikerin, setzte sie als Opernsängerin an der Wiener Staatsoper, der Opera Bastille und der Wiener Volksoper fort und gründete 2008 ein eigenes Musikprojekt, das Elemente anatolischer und orientalischer Musik mit Jazz, Pop und Soul verbindet. Im selben Jahr erhielt die spontan gegründete Band den Förderpreis der Austrian World Music Awards.

Die Musik stammt größtenteils aus der Feder des Wiener Komponisten und Pianisten Marco Annau. Nach den Alben "Bulut" und "Ask", mit dem es das Ensemble sogar in die European World Music Charts schaffte, begibt sich die Combo nun auf neues orientalisches Terrain. Marco Annau, der auch die Tasten betätigt, hat hierfür frisches Liedmaterial erstellt. In gewohnter Manier mischen sich eingängige Melodien und trickreiche Arrangements mit profunden Improvisationen des bekannten Wiener Sopran-Saxophonisten Andrej Prozorov.

Die türkischen Texte handeln zumeist von Liebe, aber auch politische Themen wie Kinderheirat oder ein Leben ohne Ausweis werden besungen. Jedoch stellt sich dabei keine Schwermut ein. Die Lieder bleiben sinnlich, poetisch und voller Humor. 2013 wurde Özlem Bulut für ihr Schaffen mit dem MIA Award ausgezeichnet. Ihr zweites bei Hoanzl erschienenes Album "Ask" erreichte Platz 13 der European World Music Charts.“
Aus Musik Aktuell 2022 Projekte – Musikfabrik Niederösterreich

Paula Barembuem + Trio Infernal

Ein Portrait von Mercedes Sosa „Die Stimme der Stimmlosen“

Paula Barembuem – Gesang

Christian Bakanic – Akkordeon, Keyboard, Percussion

Christian Wendt – Kontrabass

Jörg Haberl – Schlagzeug


Ein Portrait von Mercedes Sosa. Verfolgt, verbannt und doch unvermeidlich überall geliebt, brachte die legendäre argentinische Sängerin Mercedes Sosa in den 1970er Jahren die südamerikanischen Diktatoren zum Zittern. Ihre Lieder sprechen von Ungerechtigkeit, Freiheit, Liebe und Hoffnung. Sosa wurde „die Stimme der Stimmlosen“ genannt und verkörperte mit ihrer unverwechselbaren tiefen Stimme den Ruf nach Demokratie und Gerechtigkeit eines gesamten Kontinents.

Nicht nur politisch, sondern auch künstlerisch übernahm sie die Aufgabe, fremde Welten zu vereinigen, indem sie die traditionellen Grenzen zwischen dem urbanen Tango, dem Folklore Lateinamerikas und den damals aufblühenden argentinischen Rock & Pop zum Verschmelzen brachte. Ihr Motto: Völker und ihre Kulturen befinden sich in einer ständigen Entwicklung. Die Kunst soll die lebendige Ausdrucksform dieser Transformation darstellen, anstatt von puristischen Ansprüchen und Konventionen aufgehalten zu werden.

„Als Migrantin aus Argentinien zähle ich den Prozess der kulturellen Integration zu meinen wichtigsten persönlichen Erfahrungen. Meine helle Stimme lässt keinen vergleich zu Mercedes‘ allumfassendem dunklen Stimmklang zu, aber starke Kontraste rufen doch Ähnlichkeiten hervor, besonders, wenn sie vom selben Geschlecht inspiriert sind. Bei Christian Bakanic und seinem TRIO INFERNAL,  habe ich die perfekten Verbündeten gefunden, um diese Musik und ihre zeitlosen Texte erneut ins Leben zu rufen“ Paula Barembuem – Gesang“
Aus Musik Aktuell 2022 Projekte – Musikfabrik Niederösterreich

Christian Bakanic – verbindet in seiner Musik und seinen Kompositionen die Spontanität des Jazz, die Leidenschaft des Tango Nuevo sowie das disziplinierte Moment der Klassik mit den vielschichtigen Traditionen europäischer Volksmusik. Er spielt Akkordeon, Bandoneon, Klavier und Percussion. Christian ist fester Bestandteil des Pfinxtnfestivals, durch Auftritte mit Wolfram Berger, Folksmilch und Diknu Schneebergern sowie dem vorjährigem Projekt „Spaemann & Bakanic“ hier bestens bekannt.

Das Trio Infernal entstand aus der Rhythmusgruppe von Beefólk, deklariertes künstlerisches Ziel der „Working Band“ virtuoser Instrumentalisten: neue Wege zu beschreiten und sich als kreative Brückenbauer zwischen verschiedenen (Klang-)Welten zu bewegen. Was hervorragend mit dem Selbstverständnis der in Buenos Aires geborenen Wahlwiener Sängerin und Komponistin Paula Barembuem korrespondiert: „happy to build bridges between styles that seem to have little in common.“


Wenn sich diese Musiker_innen dem Werk von Astor Piazzolla – und anderer klassischer Tango Literatur – annehmen, dann ist das definitiv ergiebig. Hier die Vertrautheit Barembuems mit Tango als musikalischer Alltags-Kultur, dort die Rolle Piazzollas in der Biographie Christian Bakanics. Ihm begannen sich über die Auseinandersetzung mit diesem, als schon profundem Kenner und Könner der Volkmusik, die Welten von Klassik und Jazz nachhaltig zu erschließen – und natürlich der Tango! Bakanic umreißt den Titanen, dessen Musik, als „harmonisch breit und mit so viel Substanz“, was dem Trio Infernal einen ebenso breiten, forschenden wie spielerischen Zugang zu dessen Werk ermöglicht. Dazu reflektieren Piazzollas Kompositionen dessen fundamentale Berührtheit durch Bach und Mozart. Ein Wegweiser in die „große musikalische Welt“, die Trio Infernal und Barembuem heute mit dem Focus Tango und eben Piazzolla zum Klingen bringen, dabei mit dem Groove als Schlüssel zu den traditionelleren Kompositionen, diese oft hermetischer in ihrer Form als die Arbeiten des Jubilars.

 

Doppelkonzert. Mit Pause.
Einlass: 18.45 Uhr

SO 25.6.2022


Eintritt: € 23,–

 


In Zusammenarbeit mit der Musikfabrik NÖ. Mit Unterstützung von Divinzenz – Raum der Sinne.

Ermäßigung für Ö1 Clubmitglieder (+ Begleitperson)

an der Tages- und Abendkassa.