MARIA BILL SINGT KURT WEILL

Maria Bill (Gesang), Leonhard Skorupa (Saxophon, Klarinette), Andi Tausch (Gitarre), Gregor Aufmesser (Bass), Konstantin Kräutler (Schlagzeug)

Maria Bill 

© Andreas Biedermann

„I’m a stranger here myself“ - Lieder und Leben des Komponisten Kurt Weill

 

Abends La Grande Dame de la Chanson – Maria Bill mit ihrem Quartett. Nach Piaf und Brell in den vergangenen Jahren hat sich Maria Bill der Musikwelt des Komponisten Kurt Weill verschrieben, dem Songstil der Goldenen Zwanzigerjahre, seiner Exilzeit in Frankreich und den späteren Erfolgen  in den USA. Maria  Bill gibt Einblick in Leben und Schaffen von Kurt Weill von der Brechtzeit  bis zum Broadway, von den unsterblichen Songs aus der Dreigroschenoper wie „Seeräuber Jenny“ bis zum „Alabamasong“ und den großen Broadwayerfolgen  „I´m a stranger here myself” etc. Ein Abend der besonderen Güte. Wir treiben mit Kurt Weill durch musikalische Genres, von  sozialpolitischen und provokanten  Texten Bert Brechts  zu Songs aus Musicals, zu Lyrics  von Ira Gershwin und Ogden Nash. Maria Bill singt und illustriert mit ihrem Ensemble den Schaffensweg dieses genialen Instrumentalkomponisten, Songschreibers und Weltbürgers – begeistert von der Vielfalt seiner Tonsprache, in seiner Spezialwelt – dem Musiktheater!

 

Auf einer griechischen Insel habe ich Musik von Kurt Weill für mich erarbeitet, eine lustvolle Herausforderung. Das Lied „Youkali“ hat mich verzaubert, ein Lied, das von einer Insel erzählt, auf der man keine Ängste spürt, die Freiheit lebt und Liebe teilen darf, eine Insel der Sehnsucht und Hoffnung. Kurt Weills Musik für mich zu entdecken, hat richtig „gezündet“. Kompositionen wie „Die sieben Todsünden“ sind voller Überraschungen und eigenwilliger Tonsprünge, die sich für mein Ohr zuerst listig anhören, dissonant. Diese ungewohnten Harmoniefolgen und Intervalle zu „verstehen“ und zu erobern, hat mir richtig Spaß gemacht und oft ein verblüfftes Lachen ausgelöst: „Es geht sich ‘trotzdem‘ aus……“ (Maria Bill, gekürzt, Wien 2019)

 

Seit ihrer Darstellung der ‚Anna‘ in „Die sieben Todsünden“ am Wiener Volkstheater, ist Maria Bill  fasziniert und begeistert von den Werken des Komponisten Kurt Weill, von der Vielfalt seiner Tonsprache, die auf Elemente aus Jazz, Ballade, Moritat und Kabarettchanson greift, von seinem Gespür für den musikalischen Zeitgeist, für rebellisches, experimentelles Theater und atonale Musik.

Ihr neues Programm „I'm a stranger here myself“ zeichnet den Schaffensweg des genialen Instrumentalkomponisten, Songschreibers und Weltbürgers.

 

Als Sohn eines Kantors, 1900 in Dessau geboren, wächst Kurt Weill in der deutschen spätromantischen Musiktradition auf. Die Begegnung mit Bertolt Brecht im Berlin der 1920er und 30er Jahre lenkt sein Schaffen in neue Bahnen. Gemeinsam mit ihm, dem kongenialen Autor, mischt er das Musiktheater auf und treibt sein Publikum mit seinen sinnlichen, aber  ungewohnten Tonfolgen zwischen begeisterter Hysterie und Skandal- schreiender Empörung hin und her.

 

Auf den Bruch mit Brecht folgt die Flucht vor der nationalsozialistischen Diktatur. Seine Partituren landeten auf dem Scheiterhaufen der Nazis. Über Paris, wo eine letzte Zusammenarbeit mit Brecht und Lotte Lenya „Die sieben Todsünden“ entstand, führt ihn sein Weg nach New York. Virtuos nutzt er die kulturelle Vielfalt des ‚american way of life‘ und findet  auf seinem Spezialgebiet, dem Musiktheater, zu seinen enormen, bisher schlummernden musikalischen Möglichkeiten.

 

Er heiratet die Sängerin Lotte Lenya zum zweiten Mal, liebt den Broadway, taucht in das Genre Musical ein, beglückt die Menschen mit herrlichen Melodien und gilt heute als Missing Link zwischen George Gershwin und Leonard Bernstein. Brecht hielt gar nichts vom neuen Weill. Der aber hatte eine andere Devise: "Es gibt keinen Unterschied zwischen U- und E-, zwischen Unterhaltungs- und ernster Musik. Sondern nur zwischen guter und schlechter Musik."

 

Konzert. Mit Pause.
Einlass: 19.45 Uhr

SA 22.5.2021


Eintritt: € 27,–

 



Ermäßigung für Ö1 Clubmitglieder (+ Begleitperson)

an der Tages- und Abendkassa.